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Überflutungen und Böen bis 120 km/h durch Medicane in Griechenland

Überflutungen und Böen bis 120 km/h durch Medicane in Griechenland

Am Samstagnachmittag ist der Medicane namens Zorbas auf den Süden Griechenlands getroffen. Kurz vor dem Landfall wurden im Bereich des sich entwickelnden Auges Orkanböen gemessen, zudem gab es ergiebige Regenmengen.

Am Samstag zwischen 11 und 12 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit ist der Kern von Medicane Zorbas in Griechenland auf Land getroffen. Kurz vor dem Landfall in Messenien hat sich der Wirbelsturm noch verstärkt, so ergaben ASCAT-Satellitenmessungen (Streustrahlungsmessung) kurz vor dem Landfall mittlere Windgeschwindigkeiten von etwa 40 bis 45 Knoten über dem offenen Meer. Dies entspricht etwa 80 km/h und damit Sturmstärke.

Der Medicane sorgte für Wind in Sturmstärke
ASCAT-Windmessung am Samstag um etwa 10:50 MESZ.
Der Medicane traf am Samstag auf Griechenland
Satellitenbildaufnahme zum Zeitpunkt der ASCAT-Messung. © EUMETSAT / UBIMET

Orkanböen und hohe Wellen

Die mittlere Windgeschwindigkeit von etwa 80 km/h wurde auch von einer privaten Wetterstation in der Stadt Pylos bestätigt. Dieser Ort wurde zu Mittag direkt vom sich entwickelnden Auge des Medicanes überquert: Vor dem Tiefkern wehte kräftiger Ostwind mit Sturmböen, dieser wurde dann nach der kurzzeitigen ruhigen Phase mit Druckminimum im Auge des Sturms durch stürmischen Nordwestwind mit Orkanböen bis 120 km/h abgelöst. An exponierten Küstenabschnitten gab es zudem eine kleine Sturmflut mit hohem Wellengang.


Starkregen und Überflutungen

Der Medicane wurde hauptsächlich durch die Kondensation von Wasserdampf innerhalb der Gewitterwolken angetrieben. Diese extrem feuchten Luftmassen wurden mit einer südöstlichen Strömung in den Süden Griechenlands geführt, weshalb es örtlich ergiebige Regenmengen gab.

Niederschlagbares Wasser (PWAT) am Samstagmorgen. © University of Wisconsin - Madison
Ausfällbares Niederschlagswasser (PWAT) am Samstagmorgen. © Univ. of Wisconsin

Am Flughafen von Athen gab es in den letzten 48 Stunden bereits 60 Liter pro Quadratmeter Regen. Lokal gab es aber wesentlich größere Mengen von teils über 200 Liter pro Quadratmeter! Besonders im Süden und Osten des Landes kam es daher örtlich zu Sturzfluten und Überflutungen.

Der Regen sorgte für Überflutungen
Lokal gab es extreme Regenmengen. © www.meteo.gr/meteomaps

Auf der Insel Poros (Attika) wurde sogar ein Tornado gefilmt. Der Kern des Medicanes liegt mittlerweile über der Ägäis und zieht in nordöstliche Richtung. Bis Montag wird sich der Wirbelsturm aber deutlich abschwächen. Weitere Informationen zu Medicanes gibt es hier: Tropische Stürme im Mittelmeer.

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