Eis, Schnee und Gewitter: Historischer Wintersturm legt weite Teile der USA lahm
Arktische Kaltluft trifft auf kräftiges Höhentief
Ein außergewöhnliches Wetterereignis hält die Vereinigten Staaten seit dem Wochenende in Atem. Was als Verlagerung eines starken Höhentiefs aus Mexiko begann, entwickelte sich in Kombination mit einem massiven arktischen Kaltlufteinbruch zu einem der schwersten Winterstürme der letzten Jahrzehnte. Das System, das sich über 3.000 Kilometer von den Great Plains bis zur Ostküste erstreckt, betrifft laut Behördenangaben rund 190 Millionen Menschen – mehr als die Hälfte der US-Bevölkerung.

Zwischenzeitlich waren mehr als eine Million Haushalte ohne Strom. Ein Teil dieser Ausfälle dürfte noch mehrere Tage andauern. Angesichts prognostizierter Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt entwickelte sich daraus eine äußerst heikle Situation. Bis heute wurden dem Sturm mindestens 13 Todesopfer zugerechnet.
Schneemassen im Norden des Systems
Auf der Nordseite des Sturms kam es zu intensivem Schneefall. In den zentralen Plains und im Mittleren Westen wurden Neuschneemengen von 20 bis 40 cm gemessen. Noch extremer fiel der Schneefall im Binnenland des Nordostens sowie im südlichen Neuengland aus, wo lokal bis zu 50 cm zusammenkamen. In vielen Regionen kam der Verkehr zeitweise vollständig zum Erliegen.
Snowfall in Times Square, New York pic.twitter.com/gptfFGYBzj
— VIEW (@viewsoff_) January 21, 2026
Olympic snowboarder Shaun White hit the slopes in Central Park amid heavy snowfall. pic.twitter.com/Oqnx0SvhaT
— ABC News (@ABC) January 26, 2026
Eisregen und Graupel mit verheerenden Folgen
Südlich des Schneefallgebiets dominierte eine Mischung aus Eisregen und Graupel. Mehrere Zentimeter Graupel sowie stellenweise über 2 cm dicke Eispanzer führten zu massiven Schäden. Besonders stark betroffen war ein breiter Streifen von Osttexas über Nordlouisiana und Mississippi bis ins westliche Tennessee.
Stundenlange Graupelschauer und intensiver gefrierender Regen ließen in manchen Regionen zahlreiche Äste von den Bäumen brechen. Dies führte zu großflächigen Stromausfällen. Reparaturarbeiten mussten zeitweise eingestellt werden, da herabstürzende Äste eine akute Gefahr für Einsatzkräfte in Hubarbeitsbühnen darstellten.
Franklin, Tennessee ice storm damage. It looks like a war zone all over Nashville area with trees collapsing under massive amounts of ice. It may get worse as temperatures are now dropping and winds are increasing. pic.twitter.com/UpA1BzaZEM
— Clay Travis (@ClayTravis) January 25, 2026
A SHELTER IN PLACE order has been issued for Oxford, Mississippi as a crippling #icestorm continues. Hours of thunder freezing rain has accrued 1-2 inches of ice. Falling trees are a threat to life and property. #ice #winterstorm pic.twitter.com/RbJ0U9gMLs
— Reed Timmer, PhD (@ReedTimmerUSA) January 25, 2026
Stillstand im Luftverkehr
Der Luftverkehr verzeichnete die schwersten Einschränkungen seit dem Jahr 2020. Insgesamt wurden am Wochenende mehr als 17.000 Flüge annulliert, wobei der Schwerpunkt mit rund 11.000 Streichungen auf dem Sonntag lag. Große Luftfahrt-Drehkreuze wie Dallas, Atlanta und Charlotte waren von massiven Verspätungen und Ausfällen betroffen.
Schwere Gewitter im Süden
Währenddessen kam es an der Golfküste, insbesondere in Mississippi, Alabama und Florida, durch das Aufeinandertreffen der Luftmassen zu schweren Gewittern mit Böen von über 115 km/h sowie mehreren bestätigten Tornados, die lokale Sachschäden verursachten.
TORNADO DAMAGE in Geneva, Alabama from the storms earlier today @foxweather @WxWiseApp pic.twitter.com/gxfvPhXVdu
— Corey Gerken (@CoreyGerkenWX) January 25, 2026
Titelbild: Pexels.com