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Gewitter sorgten im Juni 2026 für rund 300.000 Blitze in Österreich

Im Juni wurden knapp über 300.000 Blitze in Österreich registriert. Während die Bilanz in weiten Teilen des Landes unterdurchschnittlich ausfiel, gab es in Kärnten mehr Gewitter als üblich.
Ein Blitzeinschlag © Unwetterfreaks
Ein Blitzeinschlag © Unwetterfreaks

Im Juni 2026 registrierte das Blitzortungssystem von UBIMET exakt 312.527 Blitze über ganz Österreich (Wolken- und Erdblitze) und damit rund 20 Prozent weniger als im langjährigen Mittel. Während der Mai noch mehr Blitze als im 10-jährigen Mittel brachte, verlief der erste Sommermonat in weiten Teilen des Landes unterdurchschnittlich. Der gewitterreichste Monat des Jahres ist hierzulande meist der Juli, mehr Infos dazu gibt es hier: Die blitzreichsten Regionen in Österreich.

Blitzdichte im Juni 2026 (zum Vergrößern auf das Bild klicken).
Im Süden wurde mehr Niederschlag als üblich verzeichnet, im Osten weniger.

Kärnten top, Wien und Burgenland flop

Die größten negativen Abweichungen gab es im östlichen Flachland: Vom Weinviertel bis ins Burgenland wurden rund 80 Prozent weniger Blitze als im 10-jährigen Mittel registriert. Auch in den Nordalpen von Vorarlberg bis ins Mostviertel lag die Blitzanzahl um etwa 20 bis 30 Prozent unter dem Mittel. Annähernd durchschnittlich fiel die Bilanz hingegen in der Steiermark sowie vom Innviertel bis ins Obere Waldviertel aus. Deutlich mehr Blitze als üblich wurden in Kärnten registriert, dort lag die Blitzanzahl knapp 40 Prozent über dem Mittel.

Bundesland Blitzdichte pro km² Abweichung
Steiermark 6.3 -10%
Oberösterreich 6,0 -15%
Kärnten 4,2 +40%
Salzburg 2,8 -25%
Vorarlberg 2,4 -25%
Niederösterreich 2,3 -30%
Tirol 1,9 -25%
Burgenland 0,9 -85%
Wien 0,5 -75%

Bezirk Eferding auf Platz 1

Die zwei Bundesländer mit der höchsten Blitzdichte waren wie üblich die Steiermark und Oberösterreich. Auch die blitzreichsten Bezirke liegen dort, angeführt von Eferding, Graz und Braunau am Inn. Linz folgt auf Rang vier und verpasst eine Podestplatzierung nur knapp. Ein paar Tipps zum richtigen Verhalten bei einem Gewitter gibt es hier.

Die meisten Gewittertage gab es im Bergland Unterkärntens. Teile des Weinviertels blieben hingegen gewitterfrei.

Der stärkste Blitz des Landes wurde am 20. Juni im Bezirk Spittal an der Drau registriert, als in der Gemeinde Stall eine Entladung von 252 kA gemessen wurde. Der blitzreichste Tag des Monats war der 29. Juni mit insgesamt 82.000 Entladungen, gefolgt vom 20. Juni mit 65.000 Blitzen.

Hagel und Starkregen

Die Gewitter brachten im Monatsverlauf lokal extreme Regenmengen in kurzer Zeit. Am 20. Juni kam es etwa in Puchberg am Schneeberg, Bruck an der Mur, St. Georgen ob Judenburg und Mürzzuschlag zu extremen Starkregen, ebenso am 29. Juni in Vöcklabruck und Dalaas.

Am 30. Juni hat eine Mure bei Schnann im Gemeindegebiet von Pettneu am Arlberg einen Linienbus erfasst (Bild: FF Schnann).

Am 10. Juni sorgte ein Randtief über Norditalien in Kombination mit einer vorübergehend stationären Kaltfront für teils gewittrig durchsetzten Starkregen in den Hohen Tauern und in Teilen Kärntens.

Der größte Hagel wurde am 30. Juni in Groß Gerungs im Oberen Waldviertel mit bis zu 6 cm Durchmesser verzeichnet. Auch am 14. Juni wurde im Bezirk Völkermarkt schadenträchtiger Hagel bis 5 cm gemeldet.

Hagel südlich von Völkermarkt am 14. Juni:

Unwetter am 30. Juni:

Sturmböen und ein Tornado

Die höchsten Windspitzen abseits der Berge im Juni wurden in Vöcklabruck gemessen, wo ein Gewitter am 29. Juni schwere Sturmböen bis 96 km/h und extremen Starkregen brachte. Danach kam es auch vom Hausruck bis ins obere Mühlviertel vielerorts zu stürmischen Böen.

Starkregen in Vöcklabruck am 29. Juni:

Sturmböen traten unter anderem aber auch am 19. Juni in der Umgebung von Rankweil in Vorarlberg sowie am 20. und 21. Juni in Teilen Kärntens auf.
Am 10. Juni erreichte zudem eine Wasserhose knapp westlich von Bregenz das Festland und stellte damit den ersten bestätigten Tornado des Jahres in Österreich dar.


Im Juni wurden unzählige Temperaturrekorde aufgestellt, mehr Info dazu gibt es hier: Juni 2026 endete mit historische Hitzewelle.

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