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Mai 2026: Vom Frost zur Hitzewelle und am Ende schwere Unwetter

Frost, 33 Grad, 150.000 Blitze und der trockenste Frühling seit 1858: Der Mai 2026 sorgte in Österreich für zahlreiche Wetterextreme und einen außergewöhnlichen Start in den Sommer.
Aufziehendes Unwetter im Mürztal am 31. Mai 2026
Aufziehendes Unwetter im Mürztal am 31. Mai 2026

Der Mai 2026 hatte in Österreich nahezu alles zu bieten, was das Wetterrepertoire hergibt: Frost zu Monatsbeginn, hochsommerliche Temperaturen in der letzten Maiwoche, schwere Gewitter mit Sturm und Hagel sowie einen historischen Schlusspunkt für den trockensten Frühling seit Messbeginn.

Frostiger Start in den Wonnemonat

Der Mai begann ungewöhnlich kalt. Am Morgen des 1. Mai wurde in vielen Regionen noch einmal Frost registriert. Besonders frostig war es in den typischen Kaltluftsenken: In Liebenau-Gugu sank die Temperatur auf -7,7 Grad, in Schwarzau im Freiwald auf -6,9 Grad. An insgesamt 33 Wetterstationen wurden neue Rekorde für die niedrigste Mai-Temperatur aufgestellt.

Sommerliche Hitze zum Monatsende

Nach einer wechselhaften Monatsmitte setzte sich ab dem 20. Mai zunehmend Hochdruckeinfluss durch. Die Temperaturen stiegen rasch an und erreichten am 26. und 27. Mai verbreitet hochsommerliches Niveau. Österreichweit wurden an 59 Wetterstationen neue Mai-Rekorde bei den Höchsttemperaturen registriert.

Besonders heiß wurde es in Osttirol und Kärnten: Lienz erreichte 33,3 Grad, Dellach 32,9 Grad und St. Veit an der Glan 32,5 Grad. Selbst in hochalpinen Regionen wurden außergewöhnliche Werte gemessen. Im knapp 2.000 Meter hoch gelegenen Obergurgl stieg die Temperatur auf 23,4 Grad – so hoch wie noch nie zuvor in einem Mai.

Auch die Nächte verliefen ungewöhnlich mild. Auf dem Pitztaler Gletscher sank die Temperatur in rund 2.900 Meter Höhe am 27. Mai nicht unter 6,4 Grad. Ein bemerkenswerter Rekord für einen Standort, an dem selbst im Hochsommer oft Frost herrscht.

20 % mehr Blitze als normal

Nach dem außergewöhnlich blitzarmen Jahr 2025 brachte der Mai wieder deutlich mehr Gewitteraktivität. Österreichweit wurden rund 150.000 Blitzentladungen registriert, etwa 20 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre.

Die höchste Blitzdichte wurde vom Innviertel über das Mostviertel bis in den Süden der Steiermark und das Südburgenland gemessen. Besonders die letzten beiden Maitage hatten es in sich: Kräftige Gewitter sorgten lokal für Hagel, Starkregen und schwere Sturmböen.

Neue Sturmrekorde durch Unwetter

Vor allem die Sturmböen der Gewitter hinterließen ihre Spuren. An 31 Wetterstationen wurden neue Monats- oder Frühlingsrekorde bei den Spitzenböen gemessen. Die stärksten Böen erreichten in Enns 114,8 km/h, in Bischofshofen 97,6 km/h und in Puchberg am Schneeberg 93,2 km/h.

Die Unwetter sorgten regional für zahlreiche Feuerwehreinsätze, konnten aber die langfristige Trockenheit nur punktuell lindern.

Mai deutlich zu trocken

Österreichweit fiel im Mai rund 28 Prozent weniger Niederschlag als im Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020. Besonders trocken verlief der Monat im Nordwesten und Nordosten des Landes, wo zum Teil nur ein Viertel der üblichen Niederschlagsmenge zusammenkam.

Etwas günstiger fiel die Bilanz von Unterkärnten bis ins Südburgenland aus, wo wiederholt Gewitter für ausgeglichene oder lokal sogar leicht überdurchschnittliche Niederschlagsmengen sorgten.

Historisch trockener Frühling

Mit dem Ende des Mai ging auch ein außergewöhnlicher Frühling zu Ende. Von März bis Mai fielen österreichweit um 47 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Damit war der Frühling 2026 der trockenste seit Beginn der österreichischen Niederschlagsaufzeichnungen im Jahr 1858.

Besonders betroffen waren Oberösterreich, Salzburg, die Obersteiermark, Osttirol, Oberkärnten und Teile Niederösterreichs. Regional fehlten bis zu zwei Drittel der üblichen Niederschlagsmengen. An zahlreichen Wetterstationen wurden neue Negativrekorde aufgestellt.

In Lienz fielen zwischen März und Mai lediglich 55 Liter pro Quadratmeter. Der bisherige Rekord der mehr als 100-jährigen Messreihe wurde damit deutlich unterboten. Ähnliche Rekorde wurden unter anderem auch in Feldkirch, Bad Mitterndorf, Krimml, Kalwang und Fischbach registriert.

Regen dringend benötigt

Trotz der Gewitter zum Monatsende bleibt die Situation angespannt. Viele Böden sind ausgetrocknet, kleinere Gewässer führen wenig Wasser und die Grundwasserspiegel liegen in zahlreichen Regionen unter den üblichen Werten.

Für eine nachhaltige Entspannung wären nun mehrere großräumige Regenereignisse erforderlich. Lokale Gewitter bringen zwar kurzfristig hohe Niederschlagsmengen, tragen aber nur wenig zur Auffüllung der Wasserreserven bei. Da der Sommer erst beginnt, wird die weitere Entwicklung der Niederschlagslage in den kommenden Wochen besonders genau zu beobachten sein.

 

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