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Riesiger Hagel und Sturm: Unwetterserie traf Italien und Kroatien

In den vergangenen Tagen hat eine Unwetterserie Italien und Kroatien wiederholt schwer getroffen. Örtlich kam es zu sehr großem bis riesigem Hagel und schweren Sturmböen.
Sehr großer Hagel in der Provinz von Teramo (Abruzzen) am 21. Juli 2026.
Sehr großer Hagel in der Provinz von Teramo (Abruzzen) am 21. Juli 2026.

Am Südrand eines Höhentiefs, das sich unter Verstärkung langsam von Deutschland zur Ostsee verlagerte, kam es in den vergangenen Tagen vor allem in Italien, aber auch in Teilen Kroatiens zu heftigen Unwettern. Insbesondere vom 15. bis zum 21. Juli traten nahezu täglich kräftige Gewitter mit Starkregen, großem Hagel und schweren Sturmböen auf. Für derartige Gewitter sind sehr feuchte und energiereiche Luft, ein Auslöser sowie eine starke Zunahme des Windes mit der Höhe erforderlich.


Die teils sehr großen Hagelkörner führten mehrfach zu Verletzungen. So wurden etwa bei einem Bad-Bunny-Konzert in Mailand am 18. Juli mehrere Menschen durch Hagelschlag am Kopf leicht verletzt. Am 21. Juli traf ein schweres Hagelunwetter unter anderem San Benedetto del Tronto in den Marken. Die teils über 10 cm großen Hagelkörner beschädigten unzählige Fahrzeuge, Gebäude und landwirtschaftliche Flächen. Rund 60 Personen mussten wegen Verletzungen medizinisch behandelt werden. Die Stadt beantragte bei der Region Marken die Ausrufung des Notstands.

Teils über 10 cm großer Hagel

Der Höhepunkt der Unwetterlage wurde am 20. und 21. Juli erreicht, als in mehreren Regionen Nord- und Mittelitaliens, darunter der Lombardei, Emilia-Romagna, den Abruzzen und den Marken, lokal riesiger Hagel mit Durchmessern um bzw. über 10 cm schwere Schäden verursachte. In der Provinz Teramo gibt es am 21. Juli zudem Meldungen über 12 bis 15 cm große Hagelkörner, die Angaben müssen jedoch noch überprüft werden. Der europäische Hagelrekord stammt aus Nordostitalien und wurde im Sommer 2023 aufgestellt: 19 cm großer Hagelkorn in Italien.

Blitzdichte am 19, 20 und 21. Juli 2026. © UBIMET

Meteotsunamis

Wenn große Gewitterfronten von der Po-Ebene über die Adria ziehen, können sie in Kroatien sogenannte Meteotsunamis auslösen. Besonders auf den Inseln in Dalmatien traten zwei ausgeprägte Ereignisse innerhalb weniger Tage auf, lokal stieg der Meeresspiegel offenbar um mehr als 1 Meter in nur 10 Minuten, wie etwa auf der Insel Babac am 20. Juli.


Meteotsunamis sind weltweit möglich und entstehen durch schnelle Luftdruckänderungen, häufig im Zusammenhang mit Gewittern oder Gewitterlinien, die eine Welle im Meer anregen können. Bewegt sich das Gewitter mit nahezu derselben Geschwindigkeit wie die Welle, verstärkt es diese kontinuierlich. An Küsten kann daraus ein Meteotsunami entstehen. Anbei ein Video vom 15. Juli von der Insel Levrnaka (Kornaten), als das Wasser innerhalb weniger Minuten ein Gasthaus flutete. Anbei ein weiteres Video vom plötzlich überfluteten Strand am 21. Juli in Montesilvano (Marken).

Schwere Sturmböen

Neben Hagel und Starkregen kam es örtlich auch zu schweren Sturmböen bzw. vereinzelt orkanartigen Böen. Die Gewitterfronten waren zum Teil auch langleblig, so zog etwa am 21. Juli ein Gewitter vom Lago Maggiore über die gesamte Adria hinweg bis nach Albanien. An der Ostküste Italien kam es dabei zu Hagel, Starkregen und schweren Sturmböen. Anbei ein Zeitraffer aus Porto Sant’Elpidio (Marken). Ein paar Stunden später fiel etwa 30 km weiters südlich an der Küste in San Benedetto del Tronto Hagel teils über 10 cm.


In den kommenden Tagen gestaltet sich das Wetter deutlich ruhiger. Im Laufe des Wochenendes sind regional jedoch wieder kräftige Gewitter zu erwarten.

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