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Superzelle zog mit schweren Sturmböen über Wien

Superzelle zog mit schweren Sturmböen über Wien

Am Montag wurde Wien von einem heftigen Gewitter mit schweren Sturmböen getroffen. Neben umgestürzten Bäumen und kleinräumigen Überflutungen kam es auch zu Stromausfällen.

Am Montagnachmittag wurde Wien von einem heftigen Gewitter mit Starkregen, kleinem Hagel und schweren Sturmböen getroffen. Die Feuerwehr musste auf über 90 Einsätze ausrücken um Sturm- und Wasserschäden zu beseitigen, zudem kam es in manchen Bezirken zu Stromausfällen. Besonders betroffen waren die zentralen und nordwestlichen Bezirke der Landeshauptstadt, so wurden am Botanischen Garten schwere Sturmböen bis 95 km/h gemessen und in der Nähe vom Karlsplatz knapp 20 Liter pro Quadratmeter Regen in nur 10 Minuten verzeichnet. Letzteres entspricht dort einer Wiederkehrzeit von etwa 15 bis 20 Jahren.

Die Superzelle vor der Ankunft in Wien © M. Spatzierer
Die Superzelle vor der Ankunft in Wien © M. Spatzierer
Der Hagel- und Regenkern des Gewitter aus Nordosten betrachtet. © M. Spatzierer
Der Hagel- und Regenkern des Gewitter aus Nordosten betrachtet. © M. Spatzierer

Blitze pro Bundesland am Montag (Top 5):

  • 12.270 Niederösterreich
  • 3.392 Oberösterreich
  • 1.900 Tirol
  • 1.880 Steiermark
  • 846 Wien

Höchste Blitzdichte pro Gemeinde (Top 5):

  • 9,5 Blitze/km² Strasshof an der Nordbahn (NÖ)
  • 6,9 Blitze/km² Gerasdorf bei Wien (NÖ)
  • 6,6 Blitze/km² Deutsch-Wagram (NÖ)
  • 6,6 Blitze/km² Bockfließ (NÖ)
  • 6,5 Blitze/km² Döbling (Wien)
Blitze am Montag
Blitzdichte am Montag. © UBIMET

Das Gewitter ist am Montag kurz vor 16 Uhr im südlichen Traunviertel entstanden und ist dann mit der Höhenströmung zunächst nach Nordosten gezogen. Mit der Entwicklung der Mesozyklone (für Details dazu siehe unten) ist das Gewitter allerdings ab etwa dem Grenzbereich zu Niederösterreich von der ursprünglichen Zugbahn leicht nach Osten ausgeschert und ist schließlich gegen 18:30 auf Wien getroffen.

Das Gewitter über Wien. © M. Spatzierer
Das Gewitter über Wien. © M. Spatzierer

Superzellengewitter

Das Gewitter über Wien am Montag war ein klassisches Superzellengewitter, also ein langlebiges, kräftiges und alleinstehendes Gewitter, welches einen beständigen rotierenden Aufwind aufweist (Mesozyklone). Superzellen entstehen bei ausgeprägter Windscherung: Bei einer starken vertikalen Windzunahme bilden sich nämlich quer zur Strömung horizontal liegende Luftwalzen. Der Aufwind eines entstehenden Gewitters saugt diese Luftwalze ein und kippt ihre Achse in die Senkrechte, wobei sich der Drehimpuls nach und nach auf den gesamten Aufwindbereich überträgt. Die Zufuhr feuchtwarmer Luft wird dabei durch den räumlich getrennten Abwindbereich, in dem der Niederschlag ausfällt, nicht gestört.

Schema einer Superzelle. © https://sites.psu.edu/pmarkowski/how-tornadoes-form/
Schema einer Superzelle. © https://sites.psu.edu/pmarkowski/how-tornadoes-form/
IR-Satbild
„Overshooting top“: Sehr kalte Temperaturen bis -65 Grad an der Wolkenobergrenze. IR-Satbild © EUMETSAT/UBIMET

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