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1,4 Millionen Blitze im Sommer 2021

1,4 Millionen Blitze im Sommer 2021

Exakt 1.425.196 Blitzentladungen wurden diesen Sommer in ganz Österreich registriert. Mehr als die Hälfte aller Blitzentladungen entluden sich in Ober- und Niederösterreich, während in Kärnten deutlich weniger Blitze als üblich verzeichnet wurden. Den stärksten Blitz gab es im Bezirk Amstetten.

Vom 1. Juni bis zum 31. August registrierte das Blitzortungssystem LINET (Lightning Detection Network) von nowcast, dem Blitzspezialisten der UBIMET-Gruppe, im Hochpräzisionsmessbereich über ganz Österreich verteilt exakt 1.425.196 Blitzentladungen (Wolken- und Erdblitze inkl Folgeblitze). Das entspricht dem höchsten Wert seit dem Sommer 2017 und liegt oberhalb des 10-jährgen Mittels von 2011 bis 2020. Interessant ist dabei, dass fast die Hälfte aller Blitze des Sommers alleine im Monat Juli verzeichnet wurden.

Norden Top, Süden Flop

Mit exakt 468.179 Blitzentladungen führt Oberösterreich das Bundesländer-Ranking an, gefolgt von Niederösterreich mit 363.349 und der Steiermark mit 274.283 Entladungen. Selbst im flächenmäßig kleinste Bundesland Wien wurden 9.661 Blitze erfasst. Bei der Blitzdichte liegt an erster Stelle ebenfalls Oberösterreich mit 39 Entladungen pro Quadratmeter, gefolgt von Wien mit 23 und Niederösterreich mit 19 Blitzen pro km². Damit war es hier der blitzreichste Sommer seit 2012. Die blitzreichsten Bezirke befinden sich in Oberösterreich sowie in der Steiermark, angeführt von Braunau am Inn mit 69.182 Entladungen. Danach folgen die Bezirke Bruck-Mürzzuschlag, Liezen und Gmunden mit rund 40.000 Blitzen.

Ganz anders sieht es dagegen im Süden aus, so wurde in Kärnten gar ein neuer Negativrekord seit Beginn der modernen Blitzerfassung im Jahre 2009 aufgestellt (bei einer Blitzdichte von knapp 6 Entladungen pro Quadratmeter).

Blitzdichte pro km²
Oberösterreich 39.1
Wien 23.3
Niederösterreich 19.0
Steiermark 16.7
Salzburg 12.4
Burgenland 11.5
Vorarlberg 9.0
Tirol 7.8
Kärnten 5.6

 

Auf Gemeindeebene liegt ebenfalls Oberösterreich in Führung: Besonders die Gemeinden an der deutsch-österreichischen Grenze weisen die höchste Blitzdichte auf. An erste Stelle liegt Überackern in Braunau am Inn mit 96 Blitzen pro Quadratkilometer.

Stärkster Blitz in Amstetten

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Niederösterreich gemessen. Spitzenreiter ist eine Entladung mit mehr als 335.600 Ampere am Morgen des 14. Juli in Amstetten in Niederösterreich. In kürzester Zeit wurde dabei mehr als 20.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

Gemeinde Max. Stromstärke  [Ampere]
Amstetten (NÖ) 335.600
Mühlen (St) 330.000
Burgschleinitz-Kühnring (NÖ) 298.500
Friesach (K) 294.400
Matrei in Osttirol (T) 286.800

Durchschnittlicher Sommer

Wenn man nur Blitze ab einer Stärke ab 5000 Ampere betrachtet (orientiert an der internationalen Norm IEC 62858), wurden in diesem Sommer 459.063 Blitze gemessen. Diese Zahl liegt zwar leicht unter dem Durchschnitt, allerdings deutlich über dem Wert vom letzten Jahr mit nur 325.257 Blitzen. Auch wenn die Steiermark in diesem Sommer das Ranking der Gesamtblitze nicht anführt, gab es in diesem Bundesland aber an den meisten Tagen Gewitter. Von möglichen 92 wurde an 67 Tagen mindesten ein Blitz erfasst, in Kärnten waren es 65 Tage. Insgesamt wurde in ganz Österreich an 81 von 92 Tagen eine Blitzentladung registriert.

Gemeinde Tage mit Blitzen
Metnitz (K) 33
Wolfsberg (K) 33
Frantschach-Sankt Gertraud (K) 32
Schwanberg (St) 31
Deutschlandsberg (St) 31

Heftige Gewitter

Anfang August wurde in Reichersberg im Innviertel im Zuge eines starken Gewitters eine Orkanböe von 121 km/h registriert, generell gab es im Alpenvorland einige Gewitterlagen, wo orkanartige Böen gemessen wurden. Ebenso kam es besonders im oberösterreichischem Seengebiet gebietsweise zu sehr großem Hagel mit bis zu 8 Zentimetern. Noch länger in Erinnerung wird vielen der 24. Juni bleiben. An diesem Tag bildete sich an der tschechischen Grenze ein starker Tornado, der leider auch Todesopfer forderte. Auch das Wochenende vom 17. und 18. Juli hat besonders in Salzburg Spuren hinterlassen. In Hallein sorgte anhaltender Starkregen für eine massive Sturzflut. Die größte Regenmenge im Zuge eines Gewitters kam am Abend des 30.07 auf der Lassnitzhöhe in der Steiermark zusammen: In nur einer Stunde prasselten 67 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel.

Titelbild: Blitze über Korneuburg © Storm Science Austria

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