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Straßenverhältnisse im Herbst: 5 Herausforderungen für Autofahrer

Noch dominiert spätsommerliches Wetter, doch der Herbst kündigt sich an: Kürzere Tage, tief stehende Sonne, Nebel und erster Frost verändern die Bedingungen auf den Straßen oft innerhalb weniger Stunden. Worauf es jetzt besonders ankommt.
Autoherbst - pixabay.com
Autoherbst - pixabay.com

Im Oktober und November werden die Tage deutlich kürzer, und der Berufsverkehr rückt immer mehr in die Dämmerung und Dunkelheit. Gleichzeitig verliert die Sonne an Kraft, die Nächte werden länger und kälter. Diese Kombination bringt gleich mehrere Gefahren mit sich:

1. Blendung durch die tief stehende Sonne

Low Sun – pixabay.com

Weil die Sonne im Herbst später auf- und früher untergeht, fällt der Arbeitsweg häufig genau in die Zeit, in der sie knapp über dem Horizont steht. Fährt man direkt in Richtung Sonne, kann die Sicht schlagartig auf wenige Meter sinken, im Extremfall schlechter als bei dichtem Nebel. Besonders tückisch ist das auf nassen Fahrbahnen, die das Licht zusätzlich spiegeln.

Tipp: Windschutzscheibe innen und außen sauber halten (Schlieren verstärken die Blendung massiv), Sonnenbrille griffbereit haben und bei Blendung sofort das Tempo reduzieren.

2. Wildwechsel

Hirsche – pixabay.com

In der Dämmerung sind Rehe, Hirsche und Wildschweine besonders aktiv, und genau diese Zeit fällt im Herbst mit dem Pendelverkehr zusammen. Jahr für Jahr sterben in Österreich tausende Wildtiere im Straßenverkehr. Aber auch ein Unfall kann für Autofahrer gefährich werden. Gefahrenstellen sind mit Warnschildern gekennzeichnet, doch Wild kann überall auftauchen, vor allem an Wald- und Feldrändern.

Tipp: Tempo drosseln und bremsbereit bleiben. Taucht ein Tier auf: abblenden, hupen, kontrolliert bremsen und nicht ausweichen. Ein Ausweichmanöver endet oft im Gegenverkehr oder im Straßengraben und ist meist gefährlicher als die Kollision selbst. Ein Tier kommt selten allein: Wo eines die Straße quert, folgen oft weitere. Ein Wildunfall muss in Österreich gemeldet werden.

3. Nebel

Fog – pixabay.com

Mit den längeren, klaren Nächten kühlt die bodennahe Luft stark ab. Kondensiert die Feuchtigkeit, entsteht Nebel, besonders bei ruhigem Hochdruckwetter. Typische Nebelregionen sind der Donauraum, das Alpenvorland, das Klagenfurter und Grazer Becken, der Bodenseeraum. Die Sichtweite kann innerhalb weniger hundert Meter von gut auf unter 50 Meter fallen.

Tipp: Abblendlicht einschalten, Tempo an die Sichtweite anpassen und großen Sicherheitsabstand halten. Die Nebelschlussleuchte ist nur bei Sichtweiten unter 50 Metern erlaubt, weil sie sonst nachfolgende Fahrer blendet.

4. Nasses Laub

Nasses Laub – pixabay.com

Nach windigen Tagen oder den ersten kalten Nächten sind viele Straßen mit Blättern bedeckt. In Kombination mit Regen oder Tau wird das Laub zur Rutschfalle mit ähnlich schlechter Haftung wie auf Schneematsch. Hinzu kommt: Im Herbst trocknen Fahrbahnen nach Regen nur noch langsam ab, weil die Sonne kaum noch Kraft hat. Laub bleibt dadurch oft tagelang feucht.

Tipp: Auf laubbedeckten Straßen langsamer fahren, besonders in Kurven, und abruptes Bremsen oder Lenken vermeiden.

5. Reif und erste Glätte

Verbreiteter Frost ist zwar eher ein Thema für den Spätherbst, in Tal- und Beckenlagen kann es aber schon im Oktober Bodenfrost geben. Besonders heikel sind klare Nächte nach einem Regentag: Die Restnässe auf der Fahrbahn gefriert, oder es bildet sich Reif. Brücken frieren zuerst, weil sie von oben und unten auskühlen, ebenso schattige Waldstücke. Die Straße kann dort glatt sein, obwohl sie wenige hundert Meter davor noch problemlos befahrbar war.

Tipp: Rechtzeitig auf Winterreifen wechseln. In Österreich gilt von 1. November bis 15. April die situative Winterreifenpflicht. Auch an Scheibenfrostschutz und einen Eiskratzer denken.

Fazit

Im Herbst ändern sich die Straßenverhältnisse oft kleinräumig und rasch. Wer vor der Fahrt einen Blick auf Wetterbericht und aktuelle Warnungen wirft, etwas mehr Zeit einplant und das Tempo den Bedingungen anpasst, kommt sicher durch die dunkle Jahreszeit.

Titelbild: pixabay.com

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